|
Bärenstarke VfL C1 ärgert Bezirksoberligisten im
Baupokal
Auf dem Papier war eigentlich alles klar.
KKL vs. BOL dazu noch der junge Jahrgang (98er)
beim VfL gegen die routinierten 97er "Brocken"
der
SG 83 Nürnberg - was sollte da schon groß schief
gehen...?
Aber auch solche Spiele müssen erst einmal
gespielt werden.
Fast wäre es nicht gespielt worden, hatte sich
doch der vom BFV eingeteilte
Schiedsrichter, Mehmet Öztas, einfach mal frei
genommen und ist nicht erschienen.
Nachdem man sich auf einen Spielervater der
Gastmannschaft als SR geeinigt hatte,
konnte das Spiel mit fast halbstündiger
Verspätung beginnen.
20 Sekunden nach Anpfiff die erste Großchance
für die Gastgeber.
Langer Ball auf halbrechts, Mäxi fackelt diesmal
überhaupt nicht lange, zieht ab
und... ja, die SG spielt mit Keeper und zwar mit
einem guten - holt er
den Ball doch
aus dem Winkel.
Somit wurde bereits in dieser Szene klar, dass
man sich nicht verstecken wollte.
Es sollte keinesfalls die zweistellige
Niederlage werden, die viele den 98ern
vorhergesagt haben.
Klar, die Gäste waren körperlich
präsenter,
schneller, agiler, spielfreudiger, eine BOL-Mannschaft eben - hatten aber die Rechnung ohne
kämpfende und mit Hingabe
und vollem Einsatz spielende Hausherren gemacht.
Klar war die SG in den ersten 35
Minuten am Drücker - aber - für eine
BOL-Spitzenmannschaft dennoch zu harmlos,
ohne Ideen im Offensivbereich - unkonzentriert
beim Zug zum Tor.
Scheitern sollte die SG auch immer wieder am
glänzend aufgelegten Enrico
der immer wieder die SG Stürmer
schier entnervte.
Es passte also alles zusammen aus Sicht des VfL
- nun ja bis auf die zwei wirklich
dummen Gegentore in Halbzeit 1. Nicht, dass diese
unterm Strich aufgrund der Spielanteile
verdient gewesen wären - nein die Entstehung
macht den Unterschied. Dem 0-1 geht ein
klares Handspiel voraus, was "übersehen" wurde,
die vermeintliche Grätsche, die zum Elfer
führte erweist sich auch in den ersten
Videobildern als "klarer Ball" gespielt. Ein
Elfer also,
der nicht gegeben werden dürfte. Aber egal - wer
weiß ob ein Schiedsrichter des BFV - hier besser
oder anders gepfiffen hätte?
Natürlich etwas Enttäuschung beim Pausentee in
der Kabine. Man hat viel investiert und gekämpft
und wurde nicht belohnt - Frust machte sich
gegen Ende der ersten 35 Minuten breit.
Mentale Aufbauarbeit und die Umstellung auf das
offensive Spielsystem des VfL war angesagt. Ergebnisverwaltung kam nicht in Frage - die 83er
sollten unter Druck gesetzt werden.
Also raus und mit Schwung hinein. Was für ein
Schwung - in der Tat hatte die SG den nunmehr
breit und auch spielerisch glänzend
vorgetragenen Offensivkünsten des VfL - erst
einmal Verständnisprobleme.
Zu überraschend wohl die Taktikänderung - auch
der sonst ruhige Gästetrainer wurde an der Linie
merklich lauter und musste doch ein ums andere
Mal seine nach wie vor einfallslos operierenden
BOL-Kicker auf den richtigen Weg weisen.
In den starken Minuten nach der Halbzeit war es
erst Mäxi der nur den Pfosten traf und sofort im
Anschluss konnte der
guter SG Keeper den
Heber von Marcel ins lange
Eck gerade noch so abfangen
5 Minuten später dann endlich die Belohnung für
das klasse Spiel des VfL. Ibo tankte sich durch
und konnte raffiniert
seinen eigenen zuerst gehaltenen Schuss
mit dem
Kopf in die SG-Maschen einnetzen.
Die letzten Kräfte wurden nun aktiviert -
Auftrieb und Emotionen waren nun noch mehr
vorhanden. Man wollte die
Verwunderung auf der SG-Seite nutzen. Einen
Strich durch Rechnung machte dann der SR als er
- aus Sicht des nicht nur des
Schreiberlings - vollkommen zu Unrecht eine
5-Minuten Zeitstrafe gegen den VfL - Linksaußen
aussprach - und zwar nach einem
Foul eines SG-Abwehrspielers.
Etwas mehr Fingerspitzengefühl
wäre hier wohl wieder angebracht gewesen - aber was
soll's -
so ist das eben - in Unterzahl musste man sich
dann den Angriffsbemühungen
der Gäste erwehren. Schade auch dass ein rüder -
nicht geahndeter Körpereinsatz zum 1-3 und somit
zur Entscheidung geführt hat.
GUT GEBRÜLLT LÖWE - kann man nur sagen. Die
junge C1 hat heute Abend eines Ihrer besten
Spiele gezeigt, ein Team stand
auf dem Platz - aufopferungsvoll wurde gefightet
- um jeden Ball wurde gekämpft. Man hat die Herausforderung angenommen
und zum großen Teil die Feuertaufe bestanden.
Dennoch zählen am Ende die Tore - derer hat die
SG nun mal drei und der
VfL nur eines gemacht.
Klar, unterm Strich - gemessen an den
Spielanteilen hat die letztendlich bessere und
nicht unbedingt
überzeugendere Mannschaft gewonnen - das steht
außer Frage - aber die VfL Kicker können stolz
auf sich sein.
Stolz auf das Team und die eigene Leistung -
eine Leistung auf die wiederum aufgebaut werden
kann und die nunmehr
für den Ligaalltag positiv ein- und umgesetzt
werden kann.
BRAVO VFL - das war mehr als beeindruckend! |